Arbeitsumfeld

Bewältigung der Corona-Pandemie in Unternehmen

Mit Hilfe eines mehrstufigen Sicherheitskonzeptes aus Testung und Befragung soll die Pandemie besser gesteuert und eingedämmt werden, sodass Unternehmen den Arbeitsbetrieb aufrechterhalten und gleichzeitig das Gesundheitsrisiko für die Beschäftigten reduzieren können.

Das Schutzkonzept

Viele Unternehmen stehen in Zeiten der Pandemie vor der Frage, wie das Infektionsrisiko für Beschäftigte, Kunden und Kundinnen bestmöglich eingegrenzt und trotzdem Dienstleistungen und Produkte wirtschaftlich herstellt und verkauft werden können. Besonders problematisch ist, dass mindestens die Hälfte der Ansteckungen von Menschen ausgehen, die keine Krankheitszeichen aufweisen. Daher muss es Ziel sein, möglichst viele Infizierte in den ersten Tagen nach der Ansteckung zu finden und zu isolieren. Dafür ist es notwendig, so viele wie nötig asymptomatische Personen gezielt zu testen. 

Das Schutzkonzept besteht im Wesentlichen aus zwei Säulen:

1. Eine digitale, regelmäßige Befragung aller Beschäftigten:

Diese ermöglicht es, Beschäftigte je nach Expositionsrisiko oder Relevanz für das Aufrechterhalten des Betriebs sowie Gefährdungspotenzial für Dritte in Risikokategorien A bis E einzuteilen. Basierend auf dem Ergebnis zur individuellen Risikoklassifizierung können die Beschäftigten konkrete Verhaltensregeln dem Leitfaden „Coronavirus: So verhalten Sie sich richtig“ entnehmen (bspw. Maske tragen, ggf. Speichel-Gurgelwasser-Test).

2. Regelmäßige Testung systemrelevanter bzw. besonders exponierter Beschäftigter mittels PCR-Gurgeltest: Diese sollen, in Abhängigkeit der aktuellen Pandemielage, in regelmäßigen Intervallen, ggf. bis zu täglich, mittels Speichel-Gurgeltest und isothermen RT-PCR-Testverfahren (ender MASS) getestet werden. In einer weiteren Ausbaustufe werden auch Antigentests eingesetzt

Ablauf im Unternehmen

Aktuelles Projekt: Gesundes Kinzigtal - CoviSecure

Im Rahmen der Aktivitäten von Arbeitspaket 6 (Risikobereiche) von B-FAST mit dem Fokus auf den Zuständigkeiten der Universitätsmedizin Mannheim in diesem Bereich, erarbeitet die Gesunde Kinzigtal GmbH zusammen mit der Universitätsmedizin Mannheim ein Schutzkonzept zur frühzeitigen Erkennung von Mikroausbrüchen an Arbeitsplätzen in der Region Kinzigtal (CoviSecure: Strategie statt Pandemie). 

Beschäftigte effektiv schützen

CoviSecure ist als umfassendes Schutzkonzept bei weiter andauernder COVID-19 Pandemie, im Rahmen von B-FAST für mittelgroße Regionen und ländliche Strukturen entwickelt. Es bindet existierende Strukturen und lokale Expertise, z.B. von niedergelassenen Ärzten ein.

„Wir schätzen das einfache, unkomplizierte Handling, da der Test vom Anwender allein, ohne Termin zu Hause morgens durchgeführt werden kann und die transparente Übermittlung des Ergebnisses mit Verhaltens- und Risikoeinschätzung via Internetplattform.“

Testung und digitale Befragung

Durch eine digitale, regelmäßige Befragung aller Beschäftigten über ein Online-Tool und die regelmäßige Testung systemrelevanter bzw. besonders exponierter Beschäftigter mittels Gurgel-PCR-Test, erhalten Beschäftigte eine individuelle Risikoeinschätzung basierend auf Infektionsrisiko, Test und Symptomatik und können Verhaltensregeln ableiten. Das Labor übermittelt die Test-Ergebnisse direkt in die Plattform, wo sie die Beschäftigten in ihrem persönlichen Nutzerkonto abrufen können. So wird wertvolle Zeit gewonnen. Datenverarbeitung und Reporting erfolgt unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen in der erprobten Plattform der HealthVision GmbH und Servern in Deutschland

“Der Gurgeltest ist super einfach anzuwenden. Schon am gleichen Tag ein Ergebnis zu erhalten gibt einem schnelle Sicherheit; zu wissen man ist negativ beruhigt. Trotz verfügbarem Home Office muss ich oft im Büro präsent sein. Daher finde ich es ein tolles Angebot meines Arbeitgebers, einen Gurgeltest in bestimmten Situationen zu ermöglichen.”

Druck

Risiken rechtzeitig erkennen

Das Konzept, das von der Gesunden Kinzigtal GmbH unter dem Markennamen „CoviSecure Strategie statt Pandemie“ in der Region umgesetzt wird, gibt Unternehmen entscheidende Zeit im Erkennen von Mikroausbrüchen, denn sie erhalten eine Übersicht über die Risikokonstellationen einzelner Unternehmensbereiche. Dabei sind sie dank des Gurgel-Tests unabhängig von Laborkapazitäten und Verfügbarkeit medizinischen Personals. Seit Anfang Dezember wenden 6 Unternehmen, 4 Arztpraxen und 3 Pflegeheime CoviSecure an.

Weitere Informationen zu CoviSecure

Ein Anleitungsvideo zum Gurgel-PCR-Test kann hier gefunden werden: https://www.virus-finder.de/de/info?tab=adults 

Bei weiteren Fragen zu CoviSecure, wenden Sie sich bitte an Janina Stunder (Abteilungsleiterin Gesundheitsförderung) von der Gesundes Kinzigtal GmbH (Telefon: +49 7831 96667-404, E-Mail: covisecure@gesundes-kinzigtal.de)

"Gerade in einer Corona-Schwerpunktpraxis, wo es nahezu täglich Kontakt zu Covid-Infizierten gibt, ist CoviSecure ein sehr gutes Angebot, um infektfreies Zusammenarbeiten zu gewährleisten. Zumal das Gurgeln weit mehr Akzeptanz und Mitwirkung erzeugt als der unangenehme und weitaus aufwendigere Abstrich."

Welches Testverfahren kommt zum Einsatz?

Für das regelmäßige Screening von gefährdeten Personen aus der Bevölkerung oder bei Beschäftigten, die keine Symptome haben, benötigt es ein möglichst präzises Verfahren, das aber keine der knappen Ressourcen der klassischen PCR-Testung mit Nasen-Rachen-Abstrich etwa für hospitalisierte Patient:innen beansprucht. Die ersten Einsätze jetzt im Feld zeigen, dass die verbreiteten Antigen-Schnelltests nicht präzise genug sind.
 
Bereits im Spätsommer hat darum die Arbeitsgruppe aus dem B-FAST Projekt unter Leitung von Prof. Fischer, das Labor Prof. Dr. Risch in Vaduz/Buchs und das Labor Swissanalysis AG Tägerwilen zusammen mit Hersteller:innen von molekularbiologischen Assays, unter anderem der ender diagnostics AG Bern, untersucht, welche Verfahren eine Lösung bieten. Gemeinsam mit dem Laborautomaten-Hersteller Hamiliton Bonaduz AG aus Domat/Emsch haben wir ein molekularbiologisches Verfahren auf der Basis des CE zertifizierten Assays enderMASS etabliert, bei welchem Speichelproben verdünnt in Mundspül- oder Gurgelwasser mit einem 1:4 Pooling Verfahren untersucht werden. Aktuell werden im Labor Dr. Risch weitere Verfahren mit alternativen Hersteller:innen von Nicht-PCR-Ressourcen verbrauchenden Assays für die Skalierung etabliert.
 
Der Vorteil des Verfahrens ist die sehr kurze Turnaround-Zeit von unter 6 Stunden für negative Proben. Die Sensitivität erreicht natürlicherweise nicht die einer PCR Analyse, sie ist aber immer noch um den Faktor 10 bis 100 höher als die der besten am Markt erhältlichen Antigen-Tests. Damit steht ein preisgünstigerer Prozess im Vergleich zur Antigen- und PCR-Testung zur Verfügung, der eine Methode für das frühe Finden von Infizierten und virusverbreitenden Personen in der allgemeinen Bevölkerung oder bei Beschäftigten ohne Krankheitszeichen bietet.
 
Zusätzlich kommt eine Fragebogenapplikation des ETH Zürich Spin-Offs HealthVision zum Einsatz, das die Testergebnisse mit den Aussagen der Untersuchten zur Selbstgefährdung, Fremdgefährdung, Risikostatus und allgemeiner pandemischer Lage in Bezug setzt. Auf diese Weise lassen sich die Testhäufigkeiten bei wiederholtem Testen der Situation regelmäßig und zielgruppenspezifisch anpassen, um möglichst ressourcenschonend ein Maximum an Früherkennungs-Effizienz zu erreichen. Im Rahmen des Forschungsprojekts B-FAST des deutschen Netzwerks Universitätsmedizin (NUM) zu COVID-19 wird der Einsatz in der Praxis und die Implementation in zwei Regionen, dem Kinzigtal in Deutschland und der Region Flims Laax Falera, wissenschaftlich begleitet.

"Eine Lage wird nur beherrschbar, wenn man sie kennt. Dazu trägt CoviSecure entscheidend bei."